Exchange Traded Funds (ETFs) - was sie sind und wie sie funktionieren
ETFs verbinden zwei Dinge: Du kannst sie so einfach handeln wie Aktien, bekommst aber gleichzeitig die Streuung eines Fonds. Das macht sie für viele Einsteiger und auch für erfahrene Anleger interessant.
Fünf wichtige Punkte auf einen Blick
1. Ein ETF bündelt viele einzelne Anlagen in einem Produkt, ähnlich wie ein Fonds.
2. Vorteile sind vor allem Diversifikation, Transparenz und je nach Land steuerliche Vorteile.
3. Nachteile können Handelskosten, geringe Liquidität bei kleinen ETFs und das Risiko einer Fondsschließung sein.
4. ETFs werden wie Aktien während der Börsenzeiten gekauft und verkauft.
5. ETFs haben häufig niedrigere laufende Kosten als aktiv gemanagte Fonds.
Was ist ein ETF?
Ein ETF ist ein börsengehandelter Fonds. Er enthält einen Korb aus Anlagen, zum Beispiel Aktien oder Anleihen. Damit kannst du mit einem Kauf in viele Wertpapiere gleichzeitig investieren. ETFs sind oft günstig, leicht handelbar und eignen sich gut, um ein Portfolio breit zu streuen.
Wie funktionieren ETFs?
Ein Anbieter (Emittent) stellt den ETF zusammen. Er hält die zugrunde liegenden Wertpapiere oder bildet deren Entwicklung nach und gibt dann ETF-Anteile aus, die Anleger kaufen können.
Wenn du ETF-Anteile kaufst, besitzt du einen Anteil am Fonds, aber nicht direkt die einzelnen Aktien oder Anleihen im Fonds. Trotzdem kannst du indirekt Erträge bekommen, zum Beispiel Dividenden, wenn der ETF Aktien enthält, die Dividenden ausschütten.
ETFs sollen meist einen Index oder einen bestimmten Markt abbilden. Sie werden aber an der Börse zu einem Preis gehandelt, der durch Angebot und Nachfrage entsteht. Dieser Preis kann kurzfristig etwas vom rechnerischen Wert der enthaltenen Anlagen abweichen. Außerdem weichen die langfristigen Renditen oft leicht ab, weil laufende Kosten im ETF anfallen.
Wie werden ETFs gehandelt?
ETFs kannst du während der Börsenzeiten jederzeit kaufen und verkaufen. Dadurch kannst du auch innerhalb eines Tages auf Kursbewegungen reagieren.
Das unterscheidet ETFs von klassischen Investmentfonds, die meist nur einmal täglich zum Tagesendpreis gekauft oder verkauft werden können.
Vorteile von ETFs
Diversifikation: Du bekommst mit einem Kauf breite Streuung über viele Unternehmen, Branchen oder Regionen. Das ist viel einfacher als sich die gleiche Streuung mit einzelnen Aktien selbst zusammenzubauen.
Transparenz: Du kannst Kursverläufe jederzeit sehen und viele ETFs veröffentlichen ihre Bestandteile regelmäßig. Dadurch weißt du besser, was du im Portfolio hast.
Steuern: In manchen Ländern haben ETFs strukturelle Vorteile gegenüber aktiv gemanagten Fonds, weil steuerpflichtige Verkäufe im Fonds seltener entstehen und du den Zeitpunkt des Verkaufs stärker selbst bestimmst. In Deutschland gelten eigene Regeln, daher lohnt sich ein Blick auf die konkrete steuerliche Behandlung beispielsweise durch einen Experten.
Nachteile von ETFs
Handelskosten: Neben den laufenden Fondskosten können Kosten beim Kauf und Verkauf entstehen, zum Beispiel Ordergebühren beim Broker oder indirekte Kosten wie der Bid-Ask-Spread. Viele Broker sind günstig oder sogar kostenlos, aber das ist nicht überall so.
Liquidität: Große, bekannte ETFs sind in der Regel sehr gut handelbar. Kleine oder selten gehandelte ETFs können beim Verkauf schwieriger sein oder größere Spreads haben.
Risiko der Fondsschließung: Manche ETFs werden geschlossen, wenn zu wenig Geld im Fonds ist und sich der Betrieb nicht lohnt. Dann müssen Anleger ihre Anteile oft früher verkaufen, als sie geplant hatten. Das kann ungünstig sein, wenn die Kurse gerade niedrig stehen.
Arten von ETFs
ETFs können sehr unterschiedlich sein. Sie werden oft nach dem Inhalt und Ziel unterschieden.
Sektor-ETFs: Diese investieren in bestimmte Branchen oder Sektoren, zum Beispiel Technologie, Gesundheit oder Energie.
Rohstoff-ETFs: Diese bilden Rohstoffe wie Gold, Kaffee oder Öl ab. Je nach Struktur können sie unterschiedlich funktionieren und unterschiedliche Risiken haben.
Aktien-ETFs: Diese bestehen aus Aktien und sind häufig auf langfristiges Wachstum ausgerichtet. Sie sind in der Regel weniger riskant als einzelne Aktien, aber schwanken trotzdem.
Anleihen-ETFs: Diese enthalten Anleihen. Anders als einzelne Anleihen haben Anleihen-ETFs meist kein festes Enddatum. Sie werden oft genutzt, um regelmäßige Erträge zu bekommen oder Schwankungen im Portfolio zu reduzieren.
Internationale ETFs: Diese investieren in ausländische Märkte und helfen bei der Streuung über Länder und Regionen.
Bitcoin-ETFs: Diese bilden die Preisentwicklung von Bitcoin ab und können über normale Depots gekauft werden. Sie können stark schwanken.
Krypto-ETFs: ETFs mit breiter Krypto-Exposure sind je nach Markt und Regulierung begrenzt. Manche arbeiten mit Futures oder investieren in Unternehmen aus dem Krypto-Umfeld.
Gehebelte ETFs: Diese versuchen, die Entwicklung eines Index zu verstärken, zum Beispiel zwei- oder dreifach. Dadurch steigen Risiko und Schwankungen deutlich. Für langfristige Anfängerportfolios sind sie meist ungeeignet.
Wie wählst du passende ETFs für dein Portfolio?
Auch wenn ETFs oft günstig sind, unterscheiden sich die Kosten stark. Sie hängen zum Beispiel von Komplexität, Nachfrage und Anbieter ab. Selbst ETFs, die denselben Index abbilden, können unterschiedliche laufende Kosten haben.
Die meisten ETFs sind passiv und folgen einfach einem Index. Wer lieber aktiv investieren will, findet auch aktiv gemanagte ETFs, die eher wie klassische Fonds funktionieren, aber meist höhere Kosten haben. Entscheidend ist, ob du eher langfristig, ruhig und planbar investieren willst oder ob du häufiger handeln möchtest.
ETF vs Fonds vs Einzelaktie - der Kernvergleich
Kosten: ETFs sind im Durchschnitt oft günstiger als aktiv gemanagte Fonds. Einzelaktien haben keine Fondskosten, aber du trägst das Risiko einzelner Unternehmen und eventuell Handelskosten.
Handelbarkeit: ETFs und Aktien kannst du während der Börsenzeiten kaufen und verkaufen. Viele Fonds werden nur einmal täglich zum Tagesendpreis gehandelt.
Streuung: ETFs und Fonds bieten automatisch Diversifikation. Einzelaktien sind konzentrierter und schwanken oft stärker, weil du nur auf wenige Unternehmen setzt.
Ist ein ETF besser als eine Aktie?
Das kommt auf dein Ziel an. Ein ETF enthält viele Aktien in einem Paket und ist dadurch breiter gestreut. Das kann Schwankungen abfedern. Eine einzelne Aktie kann sich besser entwickeln als ein ETF, kann aber auch deutlich schlechter laufen. Es gibt keine Garantie, dass eine Aktie besser performt als ein ETF oder umgekehrt. Jedoch gelten sie meist für langfristiges Anlegen als sicherer.
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